Paul Klee oder die Kunst der Zielgruppenansprache im Kunstmarkt

Datum: 16.4.2018 / 19:30 - 21:00 Uhr
Referent: Galerist Raimund Thomas
Moderation: Susan Bühler, Georg Steidinger
Teilnehmer: Mitglieder und Partner
Ort / Anfahrt: Galerie Thomas, Türkenstraße 16, 80333 München

Bild: PAUL KLEE, die Sängerin L. als Fiordiligi, 1923, Galerie Thomas
Foto: Raimund Thomas: Robert Haas

 

Fotos: Dr. Markus Deppe

 

Kunstgalerien zwischen Künstlerförderung und Kunstvermittlung, Bildungsauftrag und Kostendruck

Eine museale Ausstellung mit 40 hochkarätigen Werken des Ausnahmemalers Paul Klee, die Leihgeber aus der ganzen Welt zur Verfügung gestellt haben, in einer Galerie, einem Wirtschaftsunternehmen, das vom Verkauf von Kunst lebt – das ist sehr ungewöhnlich. Am 16. April besuchten kunstinteressierte Mitglieder des Marketing Club München die Galerie Thomas und genossen eine exklusive Führung. Eigens für diesen Abend wurde die engagierte Kunsthistorikerin Marion von Schabrowsky eingeladen und vermittelte ein intimes Bild des Menschen, Musikers und Malers Paul Klee.

Warum initiiert Raimund Thomas, Galerist und Kunsthändler, eine museale Ausstellung mit nur ganz wenigen tatsächlich verkäuflichen Werken? Das war die zentrale Frage, mit der Susan Bühler und Georg Steidinger ihre Gesprächsrunde mit Raimund Thomas begannen. Er erzählte eine Geschichte voller Leidenschaft und Begeisterung für die Kunst und die Künstler des Deutschen Expressionismus und der Klassischen Moderne, welche er seit mehr als 50 Jahren begleitet und an denen sein Herz hängt.

1961 beschloss er, Galerist zu werden und arbeitete zunächst in London, Paris und New York. 1964 eröffnete er in München eine eigene Galerie in der Maximilianstrasse. Bereits 1967 stellte er beim ersten Kölner Kunstmarkt aus, Vorläufer der Art Cologne. 1986 gründete er, zusammen mit vier weiteren Kunsthändlern, das Berliner Auktionshaus Villa Grisebach. 

Inzwischen geht das Spektrum der Galerie weit über die Moderne hinaus. In den achtziger Jahren förderte Thomas verstärkt die Nachwuchskunst, unter anderem die Neuen Wilden. Doch heute ist es schwierig, neue Künstler zu identifizieren und aufzubauen. „Es gibt die großen Trends nicht mehr, heute ist der Markt fragmentiert, jeder macht in der Kunst, was er will“, so Thomas.

Das war nicht immer so. Bereits 1984 lud Raimund Thomas die Hauptakteure der New Yorker Graffiti-Szene nach München ein, inklusive öffentlicher Spray-Aktion. Die Vorreiter der Streetart, die heute besonders bei jüngeren Zielgruppen boomt und einen guten Einstieg in die Leidenschaft des Kunst-Sammelns bietet. Nicht unbedingt die Besucher einer klassischen Galerie.

Wie erreicht Raimund Thomas diese neuen Zielgruppen? Nicht nur online und auf den Social Media Kanälen, die die Galerie konsequent bespielt. Auch auf den verschiedensten internationalen Kunstmessen. Thomas sieht zum Beispiel auch die Art Basel und den winterlichen Ableger in Miami durchaus nicht nur als Laufsteg für internationale Celebrities, sondern macht dort auch junge Familien mit Kinderwagen auf Entdeckungsreise in die Kunst aus und führt spannende Dialoge mit Sammlern, Museen und Händlerkollegen.

Text: Susan Bühler und Georg Steidinger

 

 

Referent:

Raimund Thomas studierte Architektur und Kunstgeschichte.

  •  1961 beschloss er, Galerist zu werden und arbeitete zunächst in London, Paris und New York.
  •  1964 eröffnete er in München eine eigene Galerie in der Maximilianstrasse 25.
  •  Bereits 1967 stellte er beim ersten Kölner Kunstmarkt aus, dem Vorläufer der Art Cologne.
  •  1986 gründete er, zusammen mit vier weiteren Kunsthändlern, das Berliner Auktionshaus Villa Grisebach Auktionen.
  •  1987 eröffnete Raimund Thomas in München mit dem „A 11 Art Forum“ eine private Kunsthalle, und stellte seine persönliche Ausstellungsperspektive der Öffentlichkeit vor. Bis 1990 gab sie einen Querschnitt der Kunst der Achtzigerjahre wieder.
  •  1995 wurde Silke Thomas zweite Geschäftsführerin der Galerie.

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