Paul Klee oder die Kunst der Zielgruppenansprache im Kunstmarkt

Datum: 16.4.2018 / 19:30 - 21:00 Uhr
Referent: Galerist Raimund Thomas
Moderation: Susan Bühler, Georg Steidinger
Teilnehmer: Mitglieder und Partner
Ort / Anfahrt: Galerie Thomas, Türkenstraße 16, 80333 München

Bild: PAUL KLEE, die Sängerin L. als Fiordiligi, 1923, Galerie Thomas
Foto: Raimund Thomas: Robert Haas

 

Kunstgalerien zwischen Künstlerförderung und Kunstvermittlung, Bildungsauftrag und Kostendruck

Die Galerie Thomas präsentiert in ihrer aktuellen Ausstellung Exponate von Paul Klee, ein einmaliges Highlight im Münchner Kunstfrühling. Wir haben die Gelegenheit, an einer exklusiven Führung teilzunehmen. Wir sehen die 40 hochkarätigen Gemälde der Ausstellung „Paul Klee. Musik und Theater in Leben und Werk“, Leihgaben aus privaten und öffentlichen Sammlungen, aus Europa sowie den USA. Wir sprechen mit Raimund Thomas, Gründer und Inhaber der Galerie Thomas, über die Herausforderung der ständigen (Neu-)Positionierung der Galerie in einer sich wandelnden, vielschichtigen internationalen Kunstwelt.
Galerien sind nicht nur einflussreiche Player auf dem Kunstmarkt, sie sind Orte des Austauschs und der Begegnung mit Künstlern und ihrer Kunst. Sie sind Vermittler von Geschichte und Kultur, sowie aktuellen, zeitgenössischen Strömungen. Vor welchen Herausforderungen stehen Galerien heute? Wie schaffen sie den Spagat zwischen altehrwürdigen, philanthropischen Sammlern, jungen Hipstern, die Trends und Events jagen, und Investoren, die Werke als Spekulationsobjekt für das Zollager erwerben? Wie begeistert man immer wieder alte und neue Kunden – und über welche Kommunikationskanäle kann man sie in Zeiten digitaler Informationsflut erreichen? Welche Maßnahmen der Kundenbindung führen hier zum Erfolg? Und: Wie geht man als Galerist mit dem  Kostendruck um, der durch hohe Mieten, teure Messen sowie Versicherungs- und Logistikkosten getrieben wird? Diese Fragen möchten wir mit Herrn Thomas gemeinsam diskutieren.

Die Galerie Thomas widmet sich seit über 50 Jahren der Vermittlung von Kunstwerken des Deutschen Expressionismus und der Klassischen Moderne und zählt zu den führenden internationalen Galerien. Sie vermittelt bedeutende Gemälde und Skulpturen dieses Spezialgebiets und leistet so einen wichtigen Beitrag beim Auf- und Ausbau hochwertiger Kunstsammlungen.
Seit ihren Anfängen, 1964, präsentierte die Galerie Thomas wegweisende Ausstellungen mit Werken des Deutschen Expressionismus und der Klassischen Moderne. Künstler wie Wassily Kandinsky, Alexej Jawlensky, Gabriele Münter, Franz Marc, August Macke, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Mueller, Emil Nolde, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Christian Rohlfs, Paul Klee oder  Oskar Schlemmer sind seither untrennbar mit dem Programm der Galerie verbunden.

Einen zweiten Schwerpunkt in der Galerie bildeten Ausstellungen der internationalen Avantgarde, darunter Künstler wie Yves Klein, Tom Wesselmann, Cy Twombly, Eduardo Chillida, Gerhard Richter, Joseph Beuys, Horst Antes und Gotthard Graubner. In den achtziger Jahren förderte die Galerie Thomas verstärkt die Nachwuchskunst, unter anderem die Neuen Wilden, die mit ihrer expressiven Malweise an die Maler der Brücke anschlossen und zusammen mit diesen in zahlreichen Ausstellungen gezeigt wurden. Bereits 1984 lud Raimund Thomas die Hauptakteure der New Yorker Graffiti-Szene nach München ein. Vor seiner Galerie, in direkter Nachbarschaft zu den edelsten Geschäften, kam es zu einer öffentlichen Spray-Aktion.

 

Referent:

Raimund Thomas studierte Architektur und Kunstgeschichte.

  •  1961 beschloss er, Galerist zu werden und arbeitete zunächst in London, Paris und New York.
  •  1964 eröffnete er in München eine eigene Galerie in der Maximilianstrasse 25.
  •  Bereits 1967 stellte er beim ersten Kölner Kunstmarkt aus, dem Vorläufer der Art Cologne.
  •  1986 gründete er, zusammen mit vier weiteren Kunsthändlern, das Berliner Auktionshaus Villa Grisebach Auktionen.
  •  1987 eröffnete Raimund Thomas in München mit dem „A 11 Art Forum“ eine private Kunsthalle, und stellte seine persönliche Ausstellungsperspektive der Öffentlichkeit vor. Bis 1990 gab sie einen Querschnitt der Kunst der Achtzigerjahre wieder.
  •  1995 wurde Silke Thomas zweite Geschäftsführerin der Galerie.

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