Datum: 26.2.2026 / 18:30 - 21:30 Uhr
Referent: Dr. Kai Brinckmeier
Moderation: Georg Steidinger
Teilnehmer: Mitglieder
Ort / Anfahrt: b.telligent Deutschland GmbH (Synabi), Oskar-Schlemmer-Str. 13, 4.OG, 80807 München

Der Digitale Produktpass – Pflichtaufgabe oder Marketing-Chance 2026?

Digitale Touchpoints, Customer Journey und die Brücke zwischen Produkt, Konsument und Marke schlagen: Beim Marketing Club München zu Gast bei b.telligent drehte sich alles um den „Digitalen Produktpass“ (DPP). Dr. Kai Brinkmeier (Principal Consultant Data Strategy & Data Culture) zeigte auf, warum die kommende EU-Regulierung weit mehr ist als nur ein bürokratisches Übel.

Was haben Autobatterien, Lederhandtaschen und Tütensuppen gemeinsam? Wenn es nach der EU geht, bald eine ganze Menge: eine lebenslange digitale Akte. In den Räumlichkeiten von b.telligent, hoch über den Dächern Münchens, wurde schnell klar: Der digitale Produktpass kommt – und er wird das Marketing nachhaltig verändern.

Von der Regulierung zum Touchpoint

Ab 2027 wird es ernst: Den Anfang macht der Batteriepass, gefolgt von der Textilbranche und Elektronik. Ziel der EU ist die Kreislaufwirtschaft. Ein technischer Touchpoint am Produkt – sei es per QR-Code oder NFC-Chip – soll Informationen über Materialien, Herkunft und Recyclingfähigkeit liefern. Doch Kai Brinkmeier warnte davor, den DPP nur als rechtliche Pflichtübung zu sehen: „Die EU hat hier unwissentlich das fehlende Puzzlestück im digitalen Marketing-Mix geschaffen: den direkten Connect zwischen Produzent und Consumer.“

Bisher klaffte oft eine Lücke: Ein Sportartikelhersteller verkauft an den Handel, der Handel an den Kunden. Wer der Kunde ist, bleibt für die Marke oft eine Unbekannte. Mit dem DPP ändert sich das. Wenn jede Hose und jeder Schuh einen eigenen digitalen Zugang besitzt, entsteht ein permanenter Touchpoint – direkt im Kleiderschrank des Kunden.

(Fortsetzung unter der Bilder-Galerie)

 

Die Potenziale für Marketers sind enorm:

  • First-Party-Daten: In Zeiten von Cookie-Aus und verschärftem Datenschutz bietet der DPP eine direkte Quelle für wertvolle Kundendaten.
  • Service-Exzellenz: Die Waschmaschine macht komische Geräusche? Smartphone kurz dranhalten, die KI erkennt das Problem per Sound-Analyse und der Techniker ist bestellt.
  • Loyalty & Cross-Selling: Von der digitalen Aufbauanleitung bis zum direkten Nachbestell-Button für Ersatzteile oder passende Accessoires – die Customer Journey endet nicht mehr an der Ladenkasse.

Relevanz ist der Schlüssel

Trotz aller technischer Möglichkeiten blieb Brinkmeier realistisch: „Niemand weiß heute, ob der DPP ein relevanter Touchpoint wird. Das hängt allein von der Relevanz für den Nutzer ab.“ Ein technischer Spielzug allein reiche nicht; es brauche kreative Konzepte und Kampagnen, um den Kunden zur Interaktion mit dem Produkt zu motivieren. Ob Gewinnspiele, exklusiver Content oder echte Service-Mehrwerte – die Kreativität der Marketers ist gefragt.

Fazit: Jetzt die Weichen stellen

Der Abend machte deutlich: Die technische Umsetzung ist komplex. Daten müssen aus tief verschachtelten Lieferketten zusammengeführt und in einer sauberen Architektur (z. B. CDPs) nutzbar gemacht werden. Wer nicht 2026 anfängt, wird den Anschluss verlieren.

Wir danken Dr. Kai Brinkmeier für die tiefen Einblicke in die Welt der Datenstrategie und b.telligent für die großartige Gastfreundschaft auf ihrer Dachterrasse. Ein Abend voller Impulse, der gezeigt hat: Die Zukunft des Marketings steckt vielleicht schon bald im Etikett unserer Kleidung.

ZUM REFERENTEN:

Dr. Kai Brinckmeier verfügt über langjährige Berufserfahrung als leitender Berater, Projektleiter und Interim-Manager in den Bereichen Digitale Transformation, MarTech & CRM, Data Strategy & Data Governance und Data-Architecture. Seit mehr als zwei Jahren ist er außerdem Ambassador für das Thema Digitaler Produktpass und verantwortet bei b.telligent die Consulting-Solution Digitaler Produktpass.

b.telligent ist eine auf Analytics und Data Management spezialisierte technologieunabhängige Beratung. Mit über 400 Mitarbeiter:innen unterstützt b.telligent Unternehmen in sämtlichen Projektphasen, angefangen bei der Strategie über die Analyse, Konzeption und Implementierung bis hin zu Betrieb und Weiterentwicklung der Lösung. Der Fokus liegt dabei auf der Optimierung von digitalen und datengetriebenen Geschäftsprozessen sowie Kunden- und Lieferantenbeziehungen.

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