NEFF: Consumer Centricity – Konsequenzen für Unternehmen und Markenführung

Datum: 31.5.2016 / 19:30 - 21:00 Uhr
Referent: Jürgen Griebsch / BSH; Ingo Gebhardt / G&P Markenberatung
Moderation: Dietmar Turocha
Teilnehmer: Mitglieder und Gäste
Ort / Anfahrt: Trainings- und Tagungscentrum (TTC) München, Arabellastraße 30a, 81925 München

Kein Ort ist besser geeignet, um den Nachweis und den Ernst zu zeigen, mit dem ein Unternehmen und seine Marken-Manager das hochaktuelle Ziel von Consumer Centricity erläutern und demonstrieren, als ein Trainings- und Tagungszentrum (TTC) für Mitarbeiter und Kunden. Die sehr zahlreich erschienenen Club-Mitglieder und Gäste der Marketing vor Ort Veranstaltung Ende Mai waren aber dann doch noch einmal mehr als beeindruckt, als sie das 1500 qm große Münchner TTC des Deutschland- und Europa-Marktführers, der Nummer zwei im Weltmarkt, BSH betraten und später auch life präsentiert bekamen. Eine hohe Glaubwürdigkeit begleitete daher den Vortrag des BSH Marken- und Marketing Managers Jürgen Griebsch und des Top-Markenberaters Ingo Gebhardt, die zusammen das ambitiöse Ziel und die Erfolge bei der Umsetzung zum Thema Consumer Centricity am Beispiel der international distribuierten Premium-Einbaugeräte Marke Neff erläuterten.
Der Hausgeräte-Markt ist wettbewerbsintensiv und global wachsend. Technologie- und Innovationskraft sind die klassischen Schlüsselkompetenzen der Branche und trennen die Global Player von Akteuren mit kleineren Losgrößen. Differenzierte Kundenbedürfnisse und weltweit unterschiedliche Nachfragebedingungen stellen heute jedoch das Marketing in den Mittelpunkt von Unternehmens- und Markenführung. So klar diese Erkenntnis ist, so umfassend und aufwändig ist jedoch die Umsetzung der aktuellen BSH Topmanagement Maxime: „Ausgangspunkt unserer Überlegungen ist bei allem, was wir tun, der Mehrwert für den Konsumenten“. Die Herausforderung der Umsetzung gilt nebenbei nicht nur für die BSH, sondern für alle Hersteller komplexer und hochwertiger technischer Gebrauchsgüter mit langer Ingenieurs-, Technologie- und Innovationstradition.

Zunächst wurden von beiden Referenten Konsequenzen für die Unternehmensführung in wesentlichen Punkten dargestellt: die Priorisierung von B2C gegenüber B2B, von Pull- gegenüber Push-Marketing und das Voranstellen von (Marken-) Typik gegenüber dem zweifellos notwendigen Prinzip technischer Plattformen. Die Konsumentenorientierung ist aber nicht nur Sache des Marketings, sondern der gesamten Organisation. Gleichzeitig bedeutet Konsumentenorientierung die Orientierung auf eine klar definierte Marken-  Identität. Dieser Wandel braucht Zeit und ein eindeutiges Topmanagement-Commitment, damit aus allen Mitarbeitern Markenbotschafter werden.

Für die Markenführung am Beispiel der Marke Neff bedeutet dies eine intensivere Forschung und Auswertung von Consumer Insights, Verstärkung der emotionalen Beziehungsfaktoren zwischen Konsument und Marke und die striktere Abholung des Kunden in seiner individuellen Lebenswirklichkeit.

Drei Ziele stehen am Schluss des Vortrages auf einem Chart – mit den Konsequenzen für die Verwirklichung. Erstens die Veränderung der Marke: Fokussierung auf einen Markenkern, der für die Zielgruppe wirklich relevant ist. Dies erfordert ein hohes Involvement aller Beteiligten. Zweitens die Veränderung der Organisation über Strukturen und Prozesse, d.h. Marke als Grundlage aller Entscheidungen und Aktivitäten. Dies erfordert eine hohe Topmanagement-Attention und eine realistische Erwartungshaltung für die Dauer der Umsetzung. Und drittens die Befähigung der Organisation über wirklich praxistaugliche Tools für neue Denkmuster und neue Aufgaben inklusive notwendiger  weltweiter Schulungen und Trainings.

Der eingeleitete Wandel und auch Umsetzungserfolge wurden anhand der Marke Neff beispielhaft dargestellt. Einer Marke übrigens, deren USP’s schon immer sehr konsumentenorientiert und praxisnah entworfen wurden. Beispiele für solche Alleinstellungsmerkmale wurden dann bei einem Rundgang durch die Ausstellungsräume gezeigt und auch auch mit Beteiligung von Deutschland-Vertriebschef Stefan Kinkel erläutert, zum Beispiel „Slide&Hide“, die voll versenkbare Backofentür; „CircoTherm“, das Backen von Speisen mit unterschiedlichen Aromen auf vier Ebenen gleichzeitig ermöglicht; „Neff Light“, ein Backofenlicht, das in Blickrichtung aus der Backofentür den Innenraum besser beleuchtet und „Twist Pad“, die überzeugende Einknopf-Bedienung des Kochfeldes.

Beim Rundgang durch das gesamte Trainings- und Tagungszentrum der BSH mit den Marken Neff, Gaggenau, Bosch und Siemens wurde dann auch deutlich, warum es sich die BSH Gruppe leisten kann, ihre bedeutendsten Marken in einem zusammenhängenden Zentrum zu zeigen: die Konsequenz der Markendifferenzierung über Alleinstellungsmerkmale, Bedien-Konzepte und Design ist sicherlich die stärkste im Wettbewerb der Branche.

Text und Fotos: Dietmar Turocha

Referenten:

Jürgen Griebsch
BSH – EVP Brand NEFF, Regional BrandsFoto_jgriebsch

Seit 1995 für die BSH Hausgeräte GmbH in verschiedenen Managementpositionen tätig. Verantwortet seit 2011 – als Senior Vice President Corporate Strategic Marketing – die globale Konzernsteuerung in ein marketinggetriebenes Unternehmen. Weitere Schwerpunktaufgaben: Digitalisierung des Marketing innerhalb der Marketing-Mix-Architektur. Als Brand Owner ist er für die Globalmarke NEFF sowie die Local Hero Marken Balay, PROFiLO, PITSOS und Coldex verantwortlich. Bis 2011 über zehn Jahre Bereichsleiter in den Produktbereichen Geschirrspülen, Wäschepflege und Konsumgüter mit weltweiter Geschäftsgesamtverantwortung für das Marketing. Davor drei Jahre Marketing-Direktor in GB. Mitglied im Beirat des MBA/BA-Programms der WHU (Otto Beisheim School of Management). Gibt sein Wissen und seine Erfahrung in Vorträgen und Seminaren weiter.

Die BSH Hausgeräte GmbH ist der größte Hausgerätehersteller in Europa und gehört zu den weltweit führenden Unternehmen der Branche und ist seit 2015 weltweit als die Nr. 2 aufgerückt!
Der Konzern entstand 1967 als Gemeinschaftsunternehmen der Robert Bosch GmbH (Stuttgart) und der Siemens AG (München). Seit Januar 2015 gehört die BSH ausschließlich zur Bosch Gruppe. 2015 erzielte die BSH einen Umsatz von rund 12,6 Milliarden Euro. Heute hat die BSH 42 Fabriken in 13 Ländern in Europa, USA, Lateinamerika und Asien. Zusammen mit einem Netz von Vertriebs- und Kundendienstgesellschaften sind fast 80 Gesellschaften in rund 50 Ländern mit ca. 53.000 Mitarbeitern für die BSH tätig.

www.bsh-group.dewww.neff.de

 

Ingo GebhardtIngo_Gebhardt_GP_Markenberatung
Gebhardt & Partner Markenberatung – Gründer, Inhaber

Seit 1997 als Markenberater tätig. Bis 2005 bei Interbrand Managing Director für  Münchener Standort. In dieser Zeit u.a. Entwicklung Submarkenstrategie für adidas (Style, Originals, Performance), Konzeption der BMW Welt.Mit Gründung der GMK Markenberatung in 2006 zunächst stärkere Konzentration auf Mittelständische und B2B Unternehmen (z.B. Kaldewei, Klüber, Vaillant). Berät seit 2009 BSH Hausgeräte GmbH in markenstrategischen Themen. 2015 Umfirmierung des Münchner Standortes zur Gebhardt & Partner Markenberatung.  Gibt sein Wissen und seine Erfahrung in Vorträgen und Seminaren weiter.

Gebhardt & Partner Markenberatung berät mit einem zehnköpfigen Beraterteam am Standort München sowohl mittelständische B2B Unternehmen als auch international tätige B2C-Konzerne zu allen Bereichen der strategischen Markenführung. Kunden u.a. BMW, BSH, DriveNow, Jenoptik, Semikron, Schaeffler, Trumpf und Weidmüller. Mit der Erfahrung aus über hundert Markenprojekten unterstützt G&P-Kunden in allen Fragen zum Thema Marke: von Markenanalyse über Markenstrategie und deren Operationalisierung sowie interne und externe Implementierung bis hin zum Controlling.

www.gp-markenberatung.de


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1 Kommentar

  1. Gerhard Schlegtendal sagt:

    Hallo Herr Frau Denger,

    könnten Sie bitte auch meine Frau Regina zu der Veranstaltung anmelden?
    Ich habe gerade deren Zugangsdaten nicht, so dass ich über meinen Account bei Ihnen anfrage.

    Mit freundlichen Grüßen
    Gerhard Schlegtendal

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