ARTMUC – Neue Kunst für München

Datum: 26.5.2017 / 18:30 - 20:30 Uhr
Referent: Raiko Schwalbe, Sven Kroll, Peter Käter
Moderation: Georg Steidinger
Teilnehmer: Mitglieder und Partner
Ort / Anfahrt: ARTMUC, Famosis, Praterinsel 3-4, 80538 München

Text und Fotos: Georg Steidinger

Auf unserer exklusiven Führung über die ARTMUC, Münchens neue Kunstmesse, gaben uns Künstler, Ausstellungsmacher und Plattformbetreiber die Antworten auf die Fragen, die den Kunstmarkt umtreiben. Denn die ARTMUC ist die größte Produzentenmesse für zeitgenössische Kunst in Süddeutschland. Ihr Gründer, Raiko Schwalbe, erzählte uns am 26.05.17 spannende Details aus seinem Messekonzept und den Kommunikationsmaßnahmen. Vor Ort führte uns die Kunsthistorikerin Sarah Henn durch die Ausstellung und klärte uns über Hintergründe und Zusammenhänge der Exponate auf. Vor allem das Thema Flucht und Vertreibung wurde von vielen Künstler thematisiert. Nicht nur von der Iranerin Narges Kalhor, die in einer Videoarbeit zeigt, wie sich ein Wassertropfen auf einer heißen Herdplatte langsam auflöst, in dem sie das Portrait einer im Iran ermordeten Studentin projeziert. Susanne Schütte-Steinig wiederum stellt mit performativer Kunst die Beziehung zweier Menschen als Balanceakt dar. Der Gebürtige Bulgare Pavel Sinev schafft skulpturale Werke aus Isolierleitungen und Kabelbindern. Direkt gegenüber treffen wir auf die kleinformatige, klassische Malerei von Isabelle Dyckerhoff, die mit einer Förderkoje der Landeshauptstadt München vertreten ist und bereits von mehreren Galerien vertreten wird. Mit ihr diskutieren wir den Wert der Kunst und wer daran partizipiert. Genauso mit der Galeristin und ARTMUC-Kuratorin Karin Wimmer, die mit einem Mix aus unverkäuflichen Werken wie Performance-Kunst und gängigeren Exponaten zu einer Mischkalkulation findet. Schließlich entwickelt sie Künstler – und das heißt erst einmal investieren.

Viele Künstler konzentrieren sich vollkommen auf den Schaffensprozess und kümmern sich kaum um Marketing und Verkauf. Genau hier setzt die Online- Kunstplattform Famosis.com an, die Künstlern mit kleinen, aber exklusiven Auflagen zu neuen Absatzwegen zu verhilft.

Dass außerhalb der Münchner Galerieszene und etablierter Kanäle durchaus Käufer-Zielgruppen gibt, bestätigt ARTMUC-Macher Raiko Schwalbe. Der Erfolg der ARTMUC und ihrer Schwestermesse STROKE, die er mit seinem Bruder über mehrere Jahre in Berlin und München etabliert hat, geben ihm Recht. Trotzdem ist die ARTMUC kein Selbstläufer. Die Kosten für die Praterin

sel müssen sich erst einmal durch Aussteller und Eintrittsgelder refinanzieren – die STROKE brauchte sieben Jahre bis zum Break Even. Ein konsequentes Marketing mit Multiplikatoren, aus PR-Kooperationen und gezielt eingesetztem Social Media helfen Schwalbe, den richtigen Besucher-Mix auf die Praterinsel zu bekommen und die ARTMUC zu einem Kunst-Happening zu machen. Sogar etablierte Sammler und Galeristen wurden erfolgreich mit der Preview gelockt – ein gutes Zeichen für die ARTMUC, eine feste Größe in der Münchner Kunstwelt zu werden.

 

 

 


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