Alles Knigge oder was?

Datum: 16.9.2008 / 19:30 - 21:00 Uhr
Referent: Sabine Schwind von Egelstein
Moderation: Klaus Becker
Teilnehmer: Mitglieder
Ort / Anfahrt: IHK Akademie, Orleanstr. 10 - 12, 81699 München

Wer begrüßt zuerst wen, wie sieht eigentlich guter Small-Talk aus und welche Dresscodes sollte man beachten – diese und andere Fragen beschäftigen Menschen, die sich an die Business-Etikette halten möchten. Die Antworten darauf, spannende Hintergründe und Anekdoten, lieferte Business-Knigge-Spezialistin Sabine Schwind von Egelstein am 16.09.08 den Mitgliedern des Marketing-Club München.

Gekonntes und sicheres Auftreten sind heute wichtige Kriterien für Erfolg in der Geschäftswelt. Im deutschen Knigge-Rat, einem Verbund von Benimm-Experten, werden Empfehlungen für korrektes Verhalten ausgesprochen, die für die Navigation im Privat- und Geschäftsleben Erleichterung bieten sollen. So haben wir gelernt, dass das Händeschütteln aus der Ritterzeit kommt, in der man mit leeren Händen zeigen wollte, dass man keine Waffen trägt.

Doch wer begrüßt eigentlich zuerst wen im Job? Hier gibt es eine klare Richtlinie. Gegrüßt wird von unten nach oben, nach der klassischen Hierarchie, unabhängig davon, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt. Der Chef wird also von der Sekretärin begrüßt, weil er ranghöher ist. Treffen Sie auf eine Projektleiterin und fünf Projektleiter, ist es in diesem Fall möglich, zuerst die Dame zu begrüßen und ihr somit den Vorzug zu geben. Bei einem Handschlag, der ein großes, persönliches Interesse signalisiert, entscheidet jedoch generell der Ranghöhere, wem er seine Hand reichen möchte. Auch das richtige Vorstellen und Bekanntmachen will gelernt sein. Der Ranghöhere erfährt zuerst den Namen des Rangniedrigeren, wobei bei Titeln nur der jeweils Höchste genannt wird. Handelt es sich um eine Selbstvorstellung, nennt der Rangniedrigere zuerst sein Namen aber ohne Titel. Als besonders einprägsam und modern hat sich die „James-Bond-Regel“ etabliert, nach der bei einsilbigen Vor- und Nachnahmen die Silbenzahl zur besseren Verständlichkeit in Bond-Manier vermehrt wird: mein Name ist Bond, James Bond.

Auch über die beliebte Fettnäpfchen-Falle Small-Talk wusste Sabine Schwind von Egelstein wichtige Punkte, die berücksichtigt werden sollten. Geeignete Themen sind beispielsweise die aktuelle Situation, warum man sich heute begegnet, positive Ereignisse und mögliche Gemeinsamkeiten. Auch leicht und gerne zu beantwortende Fragen sind ein guter Türöffner zu einem angenehmen Gespräch. Politische Diskussionen oder Sportthemen dagegen, könnten zu kontroversen Ansichten und damit zu einem negativen Ergebnis führen. Nähert sich der Small-Talk seinem Ende, gibt es verschiedene Möglichkeiten, um sich zu trennen. So kann man sich beispielsweise gegenseitig Freude über das Treffen versichern, die Hoffnung auf ein Wiedersehen äußern oder auch eine konkrete Verabredung planen.

Doch nicht nur verbales Auftreten spielt im Business-Knigge eine wichtige Rolle. Auch der geeignete Dresscode sollte laut Frau Schwind von Egelstein nicht unterschätzt werden. Dass die bunten Mickey Mouse-Socken nicht zum Geschäftstermin getragen werden, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Übrigens hat eine Krawatte die ideale Länge, wenn sie mit ihrer Spitze den Knopf des Hosenbundes genau überdeckt. Für Damen gilt als Faustregel: Rocklänge immer Knie umspielend und nicht kürzer als eine Hand breit über dem Knie. Tagsüber sollte man im Management auf zu viel Schmuck verzichten und auch bei 30°C Feinstrumpfhosen tragen. Generell liegen wir mit unserer Kleidung richtig, wenn wir uns an Kunden, Kollegen und Vorgesetzten orientieren. Je kreativer allerdings die Branche ist, desto weiter dürfen wir uns vom klassischen Dresscode entfernen.

Suzanne Bubolz

Moderation: Klaus Becker


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